Leben

Budgets einrichten

Es ist die Spitze der Spießigkeit – Haushaltsbudgets, die einem vorgeben, wie viel man wann ausgeben darf und sollte. Doch auch wenn sie dir zunächst unangenehm und einschränkend erscheinen, möchte ich dir hier zeigen, dass sie dich  befreien und beruhigen können – wenn man sie richtig budgetiert und einsetzt.

Budget-Schild
© http://401kcalculator.org

Ich benutze meine Haushaltsbudgets zum Ansparen von regelmäßig anfallenden Kosten, die eben nicht von meinem Konto abgebucht werden (sollten). Ganz strikt und vom Idealfall ausgehend gesprochen: Alles Geld, das ich ausgebe, habe ich vorher einem Budget entnommen. Das heißt insbesondere, dass ich exakt wissen muss, wofür ich mein Geld in meiner Freizeit ausgebe. Nachdem ich mir einen Finanzplan erstellt hatte, gab es damals ja immer noch genügend Gelegenheiten, in denen ich Geld brauchte oder ausgeben wollte, obwohl es begrenzt war. So kam es, dass ich trotz meiner dünnen Fädchen auf dem Kopf, die sich Haare schimpfen, geschlagene drei Jahre nicht beim Friseur war. Wahrlich keine gute Sache. Also mussten Budgets her.

Welche Haushaltsbudgets brauche ich?

Photo von Notizbüchern
Es muss kein professionelles Haushaltsbuch sein, ein einfaches Notizbuch reicht vollkommen aus!

Oft geht es uns so, dass wir leider nicht wissen, wofür genau wir unser Geld im Alltag benötigen. Wir zücken das Portemonnaie, bezahlen, werfen den Kassenzettel weg. Und schon drei Tage später wissen wir gar nicht mehr, wo der 50€ Schein eigentlich geblieben ist. Dem kann man mittels eines Haushaltsbuchs sehr einfach Abhilfe schaffen.

Auch wenn es ätzend erscheint: Halte in einem kleinen Notizbuch oder -heft (oder was eben sonst gerade zur Hand ist, eine Liste auf dem Smartphone tut es ebenfalls) alle, aber wirklich alle Ausgaben mindestens einen Monat fest. Kaufst du dir schnell einen Kaffee – schreibe es auf. Kaufst du deiner Oma ein Geburtstagsgeschenk – schreibe es auf. Kaufst du dir ein neues Paar Schuhe – schreibe es auf. Wahrscheinlich wirst du schnell überrascht, wenn nicht sogar erschreckt darüber sein, wie viele Käufe du tätigst, doch genau das wollen wir ja wissen.

Photo von Ausgaben in einem einfachen Haushaltsbuch

Am Ende wird ausgewertet – wenn du sehr viele verschiedene Ausgabegründe hast, empfiehlt es sich vielleicht sogar mit Farbstiften zu arbeiten, um so zuerst Gruppen zu bilden. Die Ergebnisse werden dabei umso genauer, je länger du dein Haushaltsbuch geführt hast und umso mehr Möglichkeit es also zum Mitteln gibt. Ansonsten muss eben ein Monat exemplarisch für alle weiteren gelten.

Bei mir haben sich zum Beispiel folgende Kategorien damals herauskristallisiert: Friseur (ja, ich gehe jetzt regelmäßig alle zwölf Wochen!), Geschenke, Kleidung, Freizeit/Luxus. Du könntest auch noch Punkte wie spezielle Hobbies, dein Haustier oder besondere Käufe auf deiner Liste haben (etwa, wenn du einmal im Jahr eine Großbestellung Quinoa aufgeben würdest oder immer über Weihnachten zu deinen Eltern fährst).

Hier verfahren wir wieder ähnlich wie beim Finanzplan: Alles, was nicht monatlich benötigt wird, wird umgelegt. Mein Friseur kostet zum Beispiel 18€, da ich nur alle zwölf Wochen gehe, spare ich jeden Monat 6€ dafür an. Bei Geschenken habe ich mir überlegt, wie viele Menschen ich im Jahr beschenke, wie oft und wie viel ich dafür im Schnitt ausgebe. Mit meiner ersten Berechnung (zugegeben, das ein Jahr zu verfolgen, war ich zu faul) lag ich leider zu niedrig und musste gerade an Weihnachten nochmal Geld dazu nehmen.

Doch genau das ist gleichzeitig der Vorteil von selbsgestalteten Ansparbudgets. Ich kann sie bei veränderten Bedingungen jederzeit anpassen und, sofern ich genügend finanziellen Spielraum habe, kann ich meine Budgets großzügig nach meinem Bedarf bemessen. Wäre ich also ein Shopping-Addict, würde ich meine monatlichen Ansparungen nicht bei 30€ belassen, sondern vielleicht 50-100€ weglegen (und natürlich konsequent ausgeben).Ein Ausschnitt meiner sonstigen Budgets

Das ist nämlich ein weiterer Punkt, den du beachten solltest: Diese Budgets sind nicht gedacht, dass du Geld anhäufst und ansparst. Vielmehr sollen sie es dir ermöglichen, dein Leben gemütlich zu leben ohne dir Geldsorgen zu machen. Entsprechend kann mein Geschenkebudget nach Weihnachten leer sein – der nächste Geburtstag steht dann erst wieder drei Monate später an.

Geld für die Freizeit

Zum Schluss möchte ich noch das vielleicht wichtigste Budget ansprechen, das ich oben ganz lapidar Freizeit/Luxus genannt habe. Darunter fällt für mich der gemütliche Kaffeeplausch mit einer Freundin, der Ausflug in die nächste Stadt, die mein Semesterticket nicht abdeckt, Weggehen, der besonder Käse und Wein für die Datenight, die Kerzenkäufe bei Ikea und so weiter und so fort. Dieses Geld ist immer für dann gedacht, wenn ich es mir gut gehen lasse – deswegen die Bezeichnung „Luxus“. Da es sich dabei nicht um regelmäßige Ausgaben handelt, bei denen es sich lohnen würde, sie in einem eigenen Budget zusammenzufassen, habe ich sie hier gebündelt. Denn sind wir mal ehrlich – Ikea ist zwar toll, aber ständig muss ich da auch nicht die immergleichen Kerzen kaufen.

Regelmäßiger kleiner Luxus wie etwa der Kaffee von Starbucks am Morgen gehört hier nicht hinein! Ganz abgesehen davon, dass man so etwas vielleicht noch einmal überdenken möchte, ist hier definitiv Anlass für ein eigenes Budget, das man sich einrichten sollte.

Wie großzügig sollen die Budgets sein?

Das ist tatsächlich eine gute Frage. Bei manchem ist es ja eindeutig – der Friseur bekommt sein Geld plus 2€ Trinkgeld. Aber insbesondere bei den variableren Budgets kann es sein, dass sie einem manchmal knapp erscheinen. Das ist zwar erst einmal nicht falsch, doch sollte das notorisch so bleiben, sollte man über eine Erhöhung nachdenken – sofern finanzieller Spielraum da ist. Denn wo kein Geld kann es auch nicht ausgegeben werden. Wie ich oben schon erwähnt hatte, kannst du deine Budgets selbstverständlich immer noch nachträglich anpassen. Das solltest du aber nicht ständig machen und vor allem nicht im laufenden Monat, nur weil du dein Budget gerade ausgeschöpft oder sogar überzogen hast.

Die richtige Balance zu finden, ist schwer, doch wenn du sie gefunden hast, wird es dich umso mehr erleichtern. Denn wenn dann deine Turnschuhe kaputt gehen, weißt du, dass du ja in deinem Klamottenbudget dafür angespart hast.

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